Das große Zucken

Beim Kuscheln kommt es häufig zu Körperreaktionen. Eine häufige Reaktion ist das Zucken. Ich würde gern die verschiedenen Arten aufzählen und erklären, worum es sich dabei handelt, und was es bedeutet.

1.

Zucken wegen Muskelentspannung. Das kennt ihr vielleicht vom Schlafen. Ihr schlaft ein, eure Muskeln entspannen sich und die Spannung wird in Zukuckungen entladen. Manchmal so heftig, dass man davon wieder aufwacht. Diese Zuckungen sind ein sehr gutes Zeichen von tiefer Entspannung. Bei der Kuscheltherapie wandert man als Kunde häufiger vom Wachzustand zum Schlafzustand und wieder zurück. Das ist ganz normal und bedeutet, dass ihr euch super wohlfühlt mit eurem Kuschler.

2.

Zuckungen wegen Körperregulierung. Wenn der Körper schon eine Weile nicht mehr berührt worden ist, kann es zu intensiven Körperreaktionen kommen. Energie fließt wieder durch Regionen, die vorher nicht sehr gut „angebunden“ waren. Das äußert sich auch durch Zuckungen, die den vorigen ganz ähnlich sind, aber im Wachzustand. Meistens sind sie jedoch so leicht, dass der Zuckende sie selbst gar nicht wahrnimmt. Oft sind diese Zuckungen nur einseitig, also auf einer Seite des Körper in einem bestimmten Körperteil zu beobachten. Manchmal weitet sich das diagonal aus, also linkes Bein und rechte Schulter zum Beispiel. Das liegt unter anderem auch daran, dass die Nervenbahnen, Muskelstränge usw. manchmal linear, manchmal über Kreuz laufen. Es kann auch passieren, dass ich die linke Schulter berühre, und die rechte zuckt. Besonders stark habe ich diese Zuckungen beobachtet, nachdem ich den Kopf berühre.

3.

Trancezuckungen. Diese Zuckungen unterscheiden sich leicht von den reinen Entspannungszuckungen, die den Schlaf einleiten. Diese Zuckungen gehen oft einher mit einem Flattern der Augenlieder, weil der Körper und der Geist in einen Trancezustand gehen. Der Kunde ist dann nicht eingeschlafen, sondern liegt in einer tiefen Trance, wie sie auch bei Hypnose vorkommt. Die Zuckungen regulieren auch hier die Energien im Körper, aber  nochmal weit effektiver als die Zuckungen im Wachzustand, die ich davor beschrieben habe. Deshalb freuen wir Kuschler uns besonders über diesen Zustand. Denn hier ist die Selbstheilung des Körpers sehr aktiv.

4.

Wiegen, Wippen, Schaukeln. Manchmal geht der Körper automatisch in eine wiegenden Bewegung über. Das kann beim Kuschler und beim Kunden passieren. Der Körper hat seinen eigenen Rhythmus, und wenn die Lust an Bewegung wieder ganz natürlich fließt, geht der Körper genau in diese Bewegung hinein. Das sieht man auch an Babys und kleinen Kinder, die sich in ihrem ganz eigenen Rhythmus schaukeln und wiegen.

5.

Ekstatisches/therapeutisches Zucken. Diese Form des Zuckens kommt bei der Kuscheltherapie eher selten vor, denn hierfür müssen zentrale Punkte am Körper gedrückt und stimuliert werden. Erwischt der Kuschler aber zufälligerweise einen solchen Punkt (besonders ist hierfür der Nacken geeignet), kann ein im Körper gespeichertes Gefühl, eine Spannung, schlagartig freigesetzt werden. Von der berührten Stelle aus breitet sich das Zucken schnell im ganzen Körper aus. Das kann man sich ähnlich wie beim Orgasmus vorstellen. Hier ist die initiale Zündung meistens in den stimulierten Geschlechtsteilen, breitet sich dann aber, je nach Indiduum, mehr oder weniger im ganzen Körper aus. Das ekstatische Zucken kann mehrere Wellen durch den Körper schicken, bis es sich wieder beruhigt. Dieses Zucken kann beim ersten Mal etwas erschrecken und überfordern, ist aber ein natürlicher Vorgang, für den man sich nicht zu schämen braucht. Mit dieser Bewegung arbeiten viele Körpertherapeuten.

6.

Zittern. Das Zittern kommt hier nicht durch Kälte, sondern wieder durch gespeicherten Stress, Anspannung und evtl. Trauma. Das Zittern ist eine ganz normale Reaktion des Körpers. Der Kunde kann in der Kuschelstunde diese Anspannungen „abzittern“, indem er sich kurzzeitig anspannt und anstrengt und dann losläßt, bzw. das Zittern durch seinen Körper laufen läßt. Das Zittern kann sich in ein Vibrieren, Zucken und wellenartige Bewegungen des Körpers verwandeln. Dies ist auch als „neurogenes Zittern“ bekannt und gilt als äußerst heilsam. Fürchtet euch also nicht davor, sondern lasst es „laufen“.

7.

Vibrieren. Das Vibieren, das ich ab und zu bei Kunden bemerke, ist etwas ganz Besonderes. Es beginnt mit dem Herzschlag, der nicht nur in der Brust wahrnehmbar ist, sondern sich wie eine Sonne im ganzen Körper ausdehnt. Man kann dann den Herzschlag in jedem Finger und in jeder Zehe spüren und sehen. Damit nicht genug! Wenn der ganze Körper nun im Einklang pocht, kann man eine winzige Vibration im ganzen Körper wahrnehmen, die man vor allem spürt, aber manchmal auch mit bloßem Auge wahrnehmen kann. Dabei erhöht sich die Temperatur des Körpers, ohne dass man dabei schwitzt. Ich selbst kenne diesen Zustand aus meinen Schlafgewohnheiten: Nachdem ich eingeschlafen bin, geht mein Körper in dieses Vibrieren über. Das kann ich in jeder Körperzelle fühlen. Das weiß ich daher, weil ich manchmal durch ein Geräusch nochmal aufwache, und dann das Vibrieren spüren kann. Wenn ich länger wachbleibe, verschwindet das Gefühl wieder. Eine Erklärung habe ich dafür nicht, aber es ist sehr faszinierend!!

So, ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen und fürchtet euch nicht mehr vor jeglichen unwillkürlichen Zuckungen euren Körpers. Alles ganz harmlos, wenn nicht sogar angenehm und oft heilsam!!

One Reply to “Das große Zucken”

  1. Dankeschön für diese Informationen.Man lernt nicht aus..Hatte mir schon Gefanken gemacht..Also alles nicht so schlimm..Danke weiter so…

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