BIQ – Body intelligence quotient – Teil 2

Lebensfreude

Der BIQ ist auch daran zu erkennen, wie oft und wie schön ich mich selbst berühre. Selbstberührung ist für Erwachsene ein wichtiges Mittel, um uns in stressigen Situationen zu beruhigen, Schmerzen zu lindern, Verspannungen zu lösen. Anders als Kinder können wir uns auf unsere eigene Berührung verlassen, und brauchen in Notfällen nicht mehr Mama oder Papa, (wenn die Entwicklung der Autonomie geklappt hat). Aber auch Konzentration wird durch Selbstberührung gefördert. Das seht ihr zum Beispiel bei Profi-Schachspielern. Achtet einfach auf die Berührungen im Gesicht.

Bewegung ist genauso wichtig wie Selbstberührung. Strecken, Dehnen, Hüpfen, Laufen führen dazu, dass wir unsere Lebensenergie ankurbeln, in die Gänge kommen, den Kreislauf in Gang bringen. Wenn man sich im Alltag häufig genug dehnt, hat man am Abend keine Verspannungen. Man kann sich schon denken, wie schlecht es in unserer Gesellschaft mit diesem Aspekt des BIQs steht. Aktivitäten wie Yoga fördern den BIQ leider nicht nachhaltig, da die Bewegung ausschließlich in diesem Rahmen ausgeführt wird, und nicht spontan dann, wenn sie gebraucht wird.

Nicht nur ist Selbstberührung aus dem öffentlichen Alltag verbannt, spontane Bewegungen werden misstrauisch beäugt, sondern diese Handlungen werden regelrecht tabuisiert und verboten. „Fass dich nicht an!“ ist einer der ersten Sätze, mit denen man Kindern den BIQ abtrainiert. Traurig aber wahr: Mit einem Verlust und Vergessen dieser Fähigkeiten verlieren wir auch unsere Fähigkeit, mit uns selbst glücklich und zufrieden zu sein. Stattdessen verlassen wir uns auf Input von Außen, auf Ablenkung, was schnell zu Gewohnheit und Sucht führen kann.

Wenn ich meinen BIQ in punkto Bewegung trainieren will, ist Contact Improvisation oder Biodanza eine gute Gelegenheit, wenn ich die Bewegung mit anderen ausprobieren will. Ecstatic Dance oder 5-Phasen Tanz ist die Bewegung mit mir selbst. Am besten erfolgt dies mit geschlossenen Augen, denn die Angst vor Beurteilungen und die eigenen Beurteilungen Anderer müssen erst einmal abtrainiert werden. Schamlose Bewegung ist so selten geworden, dass sie sich erst einmal unnatürlich anfühlt.

Im besten Fall wird eine neue Art der Lebendigkeit wiedererlebt. Ich nenne dies gern die ozeanische Welle. Es ist ein Kribbeln am ganzen Körper, das sich wie Wellen durch den Körper bewegt und auch als Vibration, Zuckungen, Zittern und am Ende als rhythmische Wellenbewegungen äußert. Es ist eine orgiastische Bewegung, die es unbedingt lohnt, wiederzuentdecken.

Heilung

Als letzter Punkt ist hier die Heilung aufgezählt. Zu diesem Punkt gehört natürlich auch die Kuscheltherapie. Körper heilen Körper, wenn der BIQ hoch genug ist. Einerseits bedeutet das, dass jeder sich selbst durch Handauflegen Gutes tun kann. Stichwort Reiki: Deine eigene Energie fließt durch deinen Körper und läßt dich entspannen. Dadurch kann Oxytocin ausgeschüttet und Cortisol verdrängt werden. Das Immunsystem fängt wieder an zu arbeiten. Diese Form der Selbstliebe ist unbedingt zu empfehlen und führt auch dazu, dass der Körper immer deutlicher zu einem spricht. Mal braucht er Ruhe, mal braucht er Bewegung, Nahrung, oder etwas anderes. Wenn ich meinen BIQ nicht trainiere, werde ich diese Botschaften überhören und ignorieren. Das kann zu leichten bis schweren Symptomen führen, denn der Körper macht sich so oder so bemerkbar. Wenn man aber nicht hinhört, fängt er an zu schreien.

Es gibt aber nicht nur die Selbstheilung sondern auch die Fremdheilung. Meine Hände können einen ähnlichen Effekt bei anderen wie bei mir selbst erzielen. Die Person beruhigt sich, fühlt sich wohler, Oxytocin wird ausgeschüttet. Diese Form der Heilung ist so basal und einfach, dass die Wissenschaft und die Medizin sie komplett aussortiert haben. Dabei ist jede Mutter, jeder Vater erst einmal Heiler. Wenn das Kind sich wehtut, dann wird Hand aufgelegt, gerieben, geklopft, gepustet. Und die Schmerzen werden weniger, die Verletzung wird repariert. Das kennt jeder. Es wird aber nur beim eigenen Kind angewendet und dann wieder verlernt. Leider. Dabei funktioniert es nicht nur mit Kindern, sondern mit jedem Menschen.

Das weiß mittlerweile jeder Kuschler, jeder Masseur, jeder, der irgendwie beruflich mit Berührung zu tun hat.

Dieses Wissen wollen wir weit verbreiten, damit der BIQ wieder ordentlich trainiert werden kann!

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